In Folge 10 des Videocasts FunWithDrives geht Andreas Vonderschmidt auf das Thema langer Leitungen ein. Denn ab 10 Meter Leitungslänge treten hier Phänomene auf, die durchaus beachtlich sind.
Und hier meint er weniger Phänomene, wie das Bremsen nicht mehr öffnen, weil zu viel Spannungsabfall auf der Leitung ist – auch ein Problem, aber das haben alle meistens im Blick.
Andreas Vonderschmidt:
Ich möchte besonders auf das Thema der Leitungsreflexionen eingehen. Hier verhält es sich nämlich so, dass ab 10m, besonders ab 20m oder 30m ohne Maßnahmen im Schaltschrank starke Spannungsspitzen auf die Wicklung von Motoren wirken können. 3kV sind da durchaus drin, je nach Konfiguration auch mehr.
Grund ist, dass die Motorimpedanz eine andere ist wie die Leitungsimpedanz und die elektromagnetischen Welle auf der Leitung reflektiert wird. Und immer wenn was reflektiert wird, kann sich auch was aufschaukeln.
…Sie wissen nicht von was ich rede, dann heute Abend mal in der Badewanne Wellen machen, bis es überschwappt. 🛀
Und genau das passiert auch auf dem Leistungskabel mit dem Ergebnis, dass Motoren tatsächlich sterben können. Oft durch Windungsschlüsse.
Lösung ist Netzhygiene betreiben, d.h.
✅entsprechende Drosseln einbauen: teilweise ausreichend, heißt nur Induktivität (L) oder
✅Spannungsfilter: oft ausreichend, L+Dämpfung oder
✅Sinusfilter: “all in”-Lösung, L+C.
Und: Es muss nicht immer so einfach erkennbar sein, dass der Motor direkt ausfällt. Oft tritt das Phänomen eher nachgelagert auf, dass die Lebensdauer der Motoren geringer ist, als sie wäre, wenn man Maßnahmen ergriffen hätte.
Also Faustregel: Ab 10m Kabellänge: Leitungsreflexionen betrachten.
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Andreas Vonderschmidt: Ich verbinde Technik mit Menschen.
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