Und was war das erste was ihr gemacht habt, als ihr dann wieder losgefahren seid? Richtig, ihr habt vermutlich die Bremsen mal etwas stärker benutzt – um die Rostschicht von den Belägen zu “bremsen”.
Und exakt das gleiche Phänomen gibt es auch bei Haltebremsen für Elektromotoren – bspw. Permanentmagnetbremsen.
In der Praxis ergibt sich dann Folgendes:
Das Nenn-Bremsmoment einer Bremse entspricht nicht immer dem tatsächlichen Bremsmoment. Das Nennmoment ist der Idealfall, wenn die Bremse perfekt eingetaktet ist – heißt, wie beim Auto, die Reibfläche komplett frei von Oxidationen etc. ist.
Praktisch kann das Haltemoment auf bis zu 50% dieses Nennmomentes abfallen. Das ist dann das minimale statische Haltemoment.
Heißt umgekehrt: Achtet besonders auf dieses minimale statische Haltemoment! Es gibt euch eine zuverlässige Angabe, wie weit das Bremsmoment abfallen kann.
Ihr könnt Wartungseinläufe bei Euch in der Maschine vornehmen – wie beim Auto oben – dann könnt Ihr auch mit höheren Werten arbeiten. Aber es kommt dann eben darauf an, wie oft Ihr die Wartungseinläufe durchführen könnt.
Also als Fazit, als Faustregel: Das Haltemoment einer Bremse kann bis auf 50% des Nennmomentes abfallen.
Anmerkung:
Man hört oft in Anwendungen, dass nur vom Nennmoment (also dem Idealfall) gesprochen wird, also nicht vom niedrigsten Bremsmoment einer Bremse.
Ihr wisst jetzt, dass Ihr auch immer nach dem minimalen Bremsmoment – ohne Wartungseinlauf – fragen solltet. 😎
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